Wer hat die kleineren Waschnüsse: Persil oder Nachhall-Texter?

Zugegegen: Erst bei meiner Recherche zu einem Vortrag "LOHAS – Kommunikation mit der grünen Konsum-Avantgarde" bin ich auf das Phänomen Waschnüsse gestoßen.

Interessant werden die Waschnüsse aber nun, weil sie in einem kurzen Blog-Dialog zwischen Persil und einem unbekannten Nachhall-Texter eine nette Rolle spielen:

Prolog: Persil betreibt den Persil-Blog

1. Akt: Mit dem Blog-Eintrag "Was würden Sie fördern?" fragt Tobias Feix, Brand Management (Persil oder Henkel?), die Leser:

"was würden Sie fördern, wenn Sie im Marketing von Persil arbeiten
würden und 500T Euro zur Verfügung hätten für soziales Engagement?"

Anmerkung 1: Die Formulierung "im Marketing .. arbeiten" war meines Erachtens "suboptimal". Marketers haben zwar ein gesundes fachliches Selbstverständnis, aber das gesellschaftliche Fremdbild steht dem geforderten "Kreationsprozess" dann doch eher im Wege.

2. Akt: Ein gewisser "Kasi" vom Nachhall-Texter-Blog greift die Frage auf und macht auf dem Nachhall-Texter-Blog ein paar Vorschläge. Darunter eben auch den Vorschlag, Persil könnte mit dem Geld doch Projekte fördern, die Alternativen zu den klassischen Waschmittel entwickeln. Wie eben die Verwendung der oben erwähnten Waschnüsse.

Anmerkung 2: Blogger ohne Impressum sind Heckenschützen und haben standesgemäß kleine Nüsse (These)
Anmerkung 3: Solche Projekte vorzuschlagen ist wie BMW nahezulegen Tretroller aus Bambus zu fördern.
Anmerkung 4: Der Vorschlag mit den Nachhaltigkeitsbloggern war gut

3. Akt, und damit wird es nun etwas heikel:
– Hr. Feix antwortet also bei nachhall-texter.de  und auf dem Persil-Blog,
– behält durchaus Contenance auch trotz des Umstandes, dass neben wenig konkreten Ideen wieder mal die CSR-Meta-Flatulenz "Unternehmens-DNA" bedient wurde
– kommt aber leider beim Thema "Nachhaltige Projekte bei Henkel" etwas in Straucheln ("–> Mit Sicherheit findet sich jemand in unserem Team, der hierzu mal genauere Hintergrundinformationen liefern kann.")
– verbeißt sich dann auch zum Thema Waschnüsse in die für einen Marketer unpassende Plattitüde "Gott sei Dank haben wir in unserem Land ja die Möglichkeit unsere Konsumentscheidungen selber zu treffen."

Epilog: Zwar kein Lehrstück, aber ein interessantes Indiz dafür, wie anstrenged diese neuen Dialoge zwischen Unternehmen – Konsumenten sein können.

Leichter diskutiert ein Blinder mit einem Gehörlosen über Rosenzucht.

3 Antworten

  1. Hi Alex,

    ich habe mich gewundert und gefreut als ich gesehen habe, dass du in der Schweiz zu LOHAS sprichst – vielelicht dann im nächsten Jahr auf der KarmaKonsum Konferenz ?

    LG
    Christoph

  2. Kasi sagt:

    Danke für den Artikel und die Kommentare. Die These in Anmerkung 2 kann der Praxis nicht standhalten 😉

    Zur Anmerkung 3: wenn BMW zu jedem Auto ein Fahrrad verschenken würde, wäre das wirklich so abwegig?

    Zur Anmerkung 4: Bisher gab es den Leuten vom Persilblog die Rückmeldung, dass ein Treffen mit Nachhaltigkeitsbloggern angedacht ist, aber noch keine weiteren Neuigkeiten dazu.

  3. Hallo Kasi,

    zu 2: Beweise

    zu 3: Nein, aus zwei Gründen:
    – BMW verkauft bereits erfolgreich HighTech-Fahrräder. Wird sie aber nie verschenken.
    – Selbst wenn könnte BMW das tun, Henkel aber nicht. BMW ist ein Statussymbol, Persil ein Verbrauchsgut. Persil würde sich damit selbst substituieren, BMW würde mit dem Geschenk den Status des „BMW-Besitzes“ erhöhen.

    zu 4: Dann wird es aber mal Zeit, Herr Feix.

    Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.