Blick 296 auf Podcasts und Geld, Social Media und Arbeitsrecht, C&A und American Express

Das ist der 296. Blick auf die Fragen „Wem gehören die Xing-Kontakte“ und „Kann man wegen Fehlverhalten in Social Media gekündigt werden“, wir blicken auf eine interessante Kaufentscheidungshilfe via in einem C&A-Shop in Sao Paolo und die Rabatt-Aktion „CheckIn and save“ von American Express und Foursquare.

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> Intro: Radio 538 Dance Departement Podcast : 2011 in 4 Minuten (Top of the Pops 2011)  > Verdient man mit Podcasting Geld?

Eine Bestandsaufnahme

> Brainiacs

Diese Episode wurde unterstützt von Torsten P. Vielen Dank!

> Popposkop

> Feedback von…

… Werner S. aus Nürnberg zum basslastigen Sound vom Tellerrand

… Hans-Martin W. zum Headset-Test der Bose IE2 Audio Headphones > Outro Grant W. : National Anthem Mashup

Brouhaha 23 – Und bei wem hat’s nun Xing gemacht?

Diese Episode wieder mit Thomas Hillebrand aka ArgusAuge.

Vielen Dank für Spenden von

  • Steffen Z. aus Hamburg
  • Oli K. aus Hamburg

Der Brouhaha

Februar 2010 in Hamburg: Das bekannte Business-Netzwerk XING kündigt eine zweistufige Testimonial-Kampagne an. Mitglieder des Netzwerks können darin ihren persönlichen XING-Moment beschreiben und Teil einer Online-Kampagne werden. Die Authentizität leidet jedoch schlagartig als die Testimonials des ersten Flights als XING-Mitarbeiter entlarvt werden. Die Fachzeitschrift horizont hat daraufhin mächtig Spass mit der Kampagne, und das Thema schwemmt kurzzeitig die Social-Media-Landschaft.

Verlauf

(Alle Datumsangaben sind den Blog-Beiträgen entnommen. Die Uhrzeiten beziehen sich auf CET)

Mittwoch, 10.02.2010

„Und es hat XING gemacht…“ Die ersten 6 Motive werden auf horizont.net vorgestellt: Die Protagonisten sitzen mit entzücktem Gesichtsausdruck vor einem Rechner und beschreiben ihren Xing-Moment.

Erstaunlich: Wenn das Datum stimmt wurde die Meldung bei horizont einen Tag vor der Pressemitteilung durch XING veröffentlicht.

Donnerstag, 11.02.2010, 10:00 Uhr

Jetzt erst kündigt XING offiziell eine zweistufige Testimonial-Kampagne an (via Pressemitteilung und im Blog):

„Und es hat XING gemacht…. Die Kampagne stellt die Mitglieder in den Mittelpunkt und zeigt sie vor dem PC bei ihrem individuellen XING-Moment“

Donnerstag, 11.02.2010, 13:15 Uhr

Auch auf wuv-online wird die Kampagne vorgestellt: Im Artikel „Der Xing-Moment: Neue Kampagne des Netzwerks“ wird dezidiert darauf hingewiesen, dass im ersten Flight „Xing-Mitarbeiter als Testimonials… fungieren“ und dass „in den kommenden Wochen“ … „Xing-Nutzer“ … „einbezogen werden“

WUV hat diesen Artikel scheinbar erst nachträglich mit dem Satz „Im ersten Flight fungieren Xing-Mitarbeiter als Testimonials“ ergänzt. Der Google-Cache verweist für den 11. Febr. 2010 13:43:37 GMT auf die Mobile-Version des Artikels, in dem der Satz fehlt. (Cache ist leider veraltet)

Dienstag, 16.02.2010, 09:56 Uhr

In einem Kommentar auf den Blog-Beitrag bei XING weißt Markus Mattscheck zweimal auf ein mögliches Problem hin:

„Warum steht in den Anzeigen denn nicht, dass die Testimonials im ersten Flight die eigenen Mitarbeiter sind? Wenn jemand etwas von Social Media Marketing verstehen solte, dann doch XING, oder? Das Vorenthalten dieser Information könnten im social Web unter Umständen hohe Wellen schlagen oder ist das gar gewollt?“

Mittwoch, 17.02.2010

Ein gewisser Karl kommentiert den Beitrag auf horizont.net und weißt auf das Testimonial-Problem hin:

„Komische Gestalten? Nette Kampagne, schade nur, dass da bloß die eigenen Mitarbeiter von Xing als Testimonials herhalten mussten. Hat*s sonst bei keinem „Xing gemacht?

Mittwoch, 24.02.2010, 06:30 Uhr

Bei horizont.net hat man weiter Spass mit der Kampagne:

„Es hat Xing gemacht, wozu der Spießer lauthals lacht!“ von Spießer Alfons

Mittwoch, 24.02.2010, 12:40 Uhr

XING-CMO Ralf Ahamer reagiert auf dem Firmen-Blog: „„Und es hat XING gemacht“ – Reaktionen auf unsere neue Kampagne

Mittwoch, 24.02.2010 ca. 16:00 Uhr

Olaf Kolbrück von Horizont legt nochmals nach: „Xing: Dümmer geht immer“

Mittwoch, 24.02.2010, 21.22 Uhr

„The Kaiser“ Marcus Brown hat mächtig Spass mit der Kampagne und „spooft“, was das Zeug hält.

Das Momentum

  • Horizont stößt am 24.02.10 mit zynisch-kritischen Artikeln das Meme an

Die Relevanz

  • Auf Twitter ist kurzfristig ein Peak sichtbar (Siehe rechts, Quelle: Twicker.net)
  • Bei Google Trends keine sichtbaren Auswirkungen auf News und Suche während des „Brouhaha“
  • Es gab trotzdem, oder vielleicht deswegen 4.080 „XING-Momente“

Die Take-Aways

  1. Kleiner Brouhaha mit zweifelhafter Relevanz
  2. Unklare Kommunikation seitens XING zu Anfang in der ersten Pressemitteilung
  3. Unglücklicher Blogbeitrag von XING, zu geringer Bezug auf Kampagnenmechanik
  4. WUV klärt die Kampagnenstufen auf, Horizont beschränkt sich auf Zitat der Pressemitteilung
  5. Motivation von Horizont unklar
  6. Unreflektiertes Retweeten und Kommentieren entfernt sich zunehmend von der Wahrheit
  7. Gefährliches Potenzial für „Spoof“-Kampagne, erste Ansätze sichtbar

Weitere Quellen