Erfolg mit Blanko-Werbeanzeigen auf Facebook? Kurios, aber wahr…

Diese Frage stellte sich vor einigen Wochen bereits das Startup-Unternehmen Limited Run. Laut einem Bericht von t3n.de experimentierte das Unternehmen mit leeren Werbeanzeigen auf Facebook und erzielte damit ein erstaunliches Ergebnis:

Unser Test:

Um das zu überprüfen haben wir kurzerhand zwei eigene Test-Anzeigen rund um den „Blick über den Tellerrand“ aufgesetzt: „Erfolg mit Blanko-Werbeanzeigen auf Facebook? Kurios, aber wahr…“ weiterlesen

LIES DAS, ICH HAB GEZAHLT! Facebook Promoted Posts für schlappe 3 – 5 Euro TKP

Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Facebook-Fans wird immer härter. Dabei haben wir doch alles richtig gemacht. Nach dem Aufbau der Fanbase folgte die kontinuierliche Bespaßung mit Fokus auf „Shares, Likes und Comments“. Hauptsache, es bewegt sich was auf der Seite.

Voraussetzung: Die Fans müssen mitbekommen, dass man etwas geschrieben hat. Und hier liegt das Problem: Meldungen von Seiten werden im Schnitt nur von 16% der Fans wahrgenommen (Anm. d. Red.: Wir sehen eher Zahlen von 20 – 35%)

Warum sehen meine Fans meine Beiträge nicht?

Das ist einerseits der wachsenden Flut von Status-Updates geschuldet, liegt aber auch an dem so genannten Edge Rank (nicht zu verwechseln mit dem GraphRank). Dieser bestimmt ob, wie lange und mit welcher Priorität ein Beitrag einem Fan im Newsfeed angezeigt wird. Der Edge Rank berechnet sich nach einer Art Zauberformel mit „Affinity Score x Weight Score x Age Score“. Und ja, damit ist er für uns eine weitere Blackbox auf Facebook und hat sogar Agenturen ins Leben gerufen, die sich auf „Edge Rank Optimization“ spezialisiert haben.

Gibt es dafür keine andere Lösung?

Doch, jetzt, Taataa!: Facebook Promoted Posts.

Promoted post

Nun kann man also fast jeden Beitrag seiner Seite bewerben, damit möglichst viele Fans und Freunde von Fans diese Meldung sehen (können!). Man kann also die (Netto-)Reichweite künstlich erhöhen. Und das zu einem – aus meiner Sicht – stolzen Preis: Die Kosten liegen im Schnitt zwischen 3 – 5 Euro TKP (Tausend-Kontakt-Preis).

Warum stolz? Weil man eine ähnliche Möglichkeit über den Facebook AdManager als „Gesponserte Meldung“ zu einem Preis von ca. 20 – 50 Cent bekommen hatte. Damit wurde die Anzeige zwar an der Seite im Bereich der Werbung angezeigt und nicht im Newsfeed, aber man konnte zusätzlich noch die weiteren Zielgruppenparameter bedienen. Wie gesagt, das war einmal. Anfang Juni wurde der Ad-Manager überarbeitet, und damit fiel diese Möglichkeit weg. Nun muss man nach Klicks bezahlen, wenn man einen Beitrag bewerben will.

FAZIT:

  • Promoted Posts sind eine interessante, aber auf den ersten Blick teure Angelegenheit, die sich wirklich nur für ausgewählte Posts lohnt.

 

Blick 294 auf EPA, Nutella, Phonedog, C&A und den Facebook-Song

Das ist der 294. Blick auf den European Podcast Award, Social Icons als Umsatzbremse, die Effizienz von Facebook-Werbung, die Frage „Wem gehören die Social-Media-Accounts“, Likes im C&A-Shop und den Facebook-Song:

<<< HIER ANHÖREN (34 Minuten) >>>

[audio:http://tellerrand.podspot.de/files/tellerrand294.mp3]

<<< SHOWNOTES >>>

> Intro: „Jazzy Blick“ by Tonjuwelen

> BüdT ist Gewinner des European Podcast Award in der Category Business Podcasts

Gewinn: Olympus Multitrack Linear PCM Recorder LS-100

> Brainiacs

Diese Episode wurde unterstützt von

  • Tim S. aus Nymphcastle (Brainiac)
  • Martin, Stevie und Thomas B.

> Podoskop

> Outro: „Facebook Uh, Oh, Oh“ Valentina Monetta

Nutella sagt: Facebook performt besser als TV-Werbung und verantwortet 15% Abverkauf

Facebook wirkt besser als TV. Sagt Nutella. Denn Facebook sei für 15% der zusätzlichen Abverkäufe während der Weinachtskampagne 2011 verantwortlich gewesen. Sagt Nutella.

Weihnachten 2011

Nutella wirbt in der Vorweihnachtszeit für die beliebte Nuss-Nougat-Creme. Neben den klassischen Kanälen gab’s auch eine Aventskalender-App auf der Facebook-Seite. Diese wurde mit so genannten „Reach Block ads“ auf Facebook beworben. (Nettoreichweite von 3,8 Mio Onliner). 

Nach der Kampagne hat man den Rechenschieber angeschmissen und ein erstaunliches Ergebnis ermittelt:

„Ferrero wouldn’t give specifics about the broadcast campaign but says the Facebook ads got the largest return on investment when compared to the other media channels“

Also, Facebook-Ads hatten den höchsten ROI. Denn der Beitrag pro Kommunikationskanal wurde – scheinbar – auch auf Basis der zusätzlich generierten Abverkäufen ermittelt, und hier kam man zum Ergebnis:

„15 percent of sales from the yuletide campaign“

waren auf Facebook zurückzuführen.  

Wie wurde das ermittelt?

Bei Ferrero / Nutella ist Facebook mit in das Marketing Mix Model (MMM) eingebunden, mit dem die Kampagnenkanäle koordiniert, ausgesteuert und deren Beitrag gemessen werden. Für uns leider eine Black-Box, aber wir unterstellen einfach mal dass Ferrero da methodisch sauber arbeitet.

FAZIT 

  • Faszinierende Aussage
  • Methodisch leider schwer nachvollziehbar
  • Nicht einfach übertragbar
  • Aber motiviert zumindest, die latente ROI-Diskussion endlich mal in konkrete Projekte münden zu lassen und die Social Media KPI’s in das Marketing-Controlling zu integrieren

Facebook löscht München-Seite mit der Begründung „Städte sind Orte“

Zugegeben, über dieses Vorgehen war man dann doch auch bei uns etwas überrascht: Mitte Februar 2012 war die Facebook-Seite der Stadt München unter www.facebook.com/muenchen plötzlich nicht mehr erreichbar. 400.000 Fans griffen ins Leere.

Was war passiert?

Facebook Orte

Laut einer Meldung der Stadt München hatte Facebook die Seite gelöscht, weil Städte keine Unternehmen, Organisationen oder Institutionen seien, sondern Orte. Und als solche müssten sie eben auf Facebook auch angelegt werden. Facebook scheint den „Wildwuchs“ aktuell etwas bereinigen zu wollen. Und so kam auch München unter die Räder.

Geeinigt hatte man sich auf die Einrichtung einer neuen Seite facebook.com/stadtportal.muenchen. Die 400.000 Fans sollen wohl portiert werden. Darauf sind wir mal gespannt.

Für mich stellen sich aber folgende interessante Fragen:

  • Was ist die Trennschärfe in der Definition „Orte“ und „Organisationen / Institutionen“?
    -> In den Nutzungsbedingungen beim Anlegen einer Seite ist das nicht wirklich formuliert.
  • Wenn für Orte auch Kurznamen möglich sind, warum gibt man München dann nicht facebook.com/muenchen zurück?
    -> Bei heise heisst es dazu „Städtenamen ohne Zusatz seien … unter der Facebook-Domain aufgrund neuer Richtlinien nicht mehr erlaubt“. Aha.
  • Warum existiert noch eine „München“-Seite wie http://www.facebook.com/pages/M%C3%BCnchen/11319886545 seit 2009 mit einem Beitrag und 33.000 Fans?
  • Wie verhält es sich dann z.B. mit Tourismus-Destinationen wie Oberstaufen?

Bleibt spannend…

Nachtrag:

Ach ja, und zu aller Verwirrung dann gibt es ja bereits „München (Munich, Germany) > Orte“ und „München > Orte“ und „Monaco, Bayern, Germany > Orte“ (von dem ich aus komischerweise immer poste“)

Brouhaha 26 – Museumsquartier Wien und die Facebook-Farce

Ein interessanter Brouhaha mit Ansätzen von FUD-Marketing, heftigen Auto-Erregungschleifen „selbsternannter Social-Media-Experten“, enttäuschter Liebe und letztlich doch einem Happy-End.

Hauptdarsteller sind Helmuth Lammer (Gründer der MQ-Facebook-Seite) und das Social-Media-Team des Museumsquartier in Wien (teilweise vertreten duch Ina Preißler), sowie Sabine Hoffmann von der betreuenden Agentur Ambuzzador in einer Nebenrolle und Kulturmarketing-Spezialist Michael Kaden in einer Sonderrolle.

Der Brouhaha

1. April in Österreich: Was klingt wie ein Aprilscherz war bitterer Ernst. Der Gründer und Administrator der erfolgreichen Facebook-Seite rund um das Kulturzentrum Museumsquartier in Wien hat keinen Zugriff mehr auf die Seite. Das neu eingerichtete Social-Media-Team des Museumsquartiers hat sich von Facebook die Administration und die Seite mit inzwischen 25.000 Fans übertragen lassen. Denn Helmuth L. handelte im Jahr 2009 aus Eigeninitiative und ohne Auftrag des Kulturzentrums. Man konnte sich nicht auf eine angemessene Kompensation der Initiative und Betreuung über knapp 2 Jahre einigen, und so nahm der Brouhaha einen leicht grotesken, fast schon bühnenreifen Verlauf…

Der Verlauf

Soweit investigativ recherchiert, wie immer ohne Gewähr:

Weitere Quellen:

Alle Links zu diesem Fall auf Delicious

Medien, die über den Brouhaha berichteten:

Die „Akte“ Innsbruck:

Vielen Dank an Jörg Wukonig für den Hinweis auf den Brouhaha.

Brouhaha 25 – Chefticket der Bahn in der Facebook-Falle

Der Brouhaha

Oktober 2010 in Deutschland: Die Deutsche Bahn führt auf einer Facebook-Seite eine Abverkaufskampagne für das so genannte Chefticket durch. Die Seite wird im Vorfeld mit einem viralen Video angekündigt mit dem Ziel, möglichst viele Facebook-Nutzer auf das kommende Angebot aufmerksam zu machen. Die Facebook-Seite entwickelt sich allerdings anfangs zu einem Sammelplatz für viele Bahnkritiker, die dort auf der Pinnwand Ihrem Unmut freien Lauf lassen.

Brouhaha 24 – Dr. Pepper und die gepfefferten Statusmeldungen

Der Brouhaha

Juli 2010 in England: Eine vermeintlich harmlose Werbeaktion des Erfrischungsgetränks Dr. Pepper lässt einige Fans gewaltig aufstoßen. Im Rahmen einer Gewinnspielkampagne mit „Facebook Status Takeover“ kaperte die Limo aus dem Hause Coca-Cola die Statusmeldungen der Kampagnen-Teilnehmer. Rund um die Leitfrage „Was ist das Schlimmste, das passieren kann“ wurden den Fans witzige Statusmeldungen auf die Pinnwand geschrieben. Eine fäkal-frivole Statusmeldung im Profil einer 14-Jährigen Englädnerin brachte deren Mutter allerdings so auf die Barrikaden, dass die Kampagne eingestellt wurde.

Der Verlauf

Mai 2010

Dr. Pepper plant ein Gewinnspiel mit eine Social Media Kampagne unter dem Motto „What’s the Worst“. Um die Leitfrage: „Was ist das Schlimmste, das passieren kann?“ wurden witzige Statusmeldungen gedichtet und den teilnehmenden Fans „in den Mund“ bzw. „auf die Pinnwand“ gelegt.
Gewinn: 1.000 Pfund pro Woche
Laufzeit 10 Wochen

Mitte Juni 2010

Im Status eines 14-Jährigen Mädchens aus Glasgow taucht die prekäre Meldung auf: „Ich habe ,2 Girls 1 Cup‘ angeschaut und war hungrig danach“

16. Juli 2010

Ihre Mutter bekommt die Statusmeldung mit und auch dass ihre Tochter daraufhin im Internet danach gesucht hatte. Sie ist empört und adressiert ihren Ärger in Richtung CocaCola. Seitens CocaCola schob man den Fehler auf externe Marketingabteilungen und man bot als Wiedergutmachung ein Wochenende mit Theaterbesuch in London an, allerdings ohne Anreise. Nach dieser enttäuschenden Reaktion von CocaCola macht sie dazu ein Thema im Mütternetzwerk mumsnet.com (730 Kommentare in 3 Tagen, inzwischen 1.400 Kommentare)

18. Juli 15.59 Uhr

Dr. Pepper beendet den Status Takeover

Aber: Fans wollen Status Takeover wieder zurück

Weitere Quellen

Alle Links zu diesem Fall auf Delicious

Link zum Video „2 Girls 1 Cup“ ACHTUNG: NOT SAFE FOR WORK!

Brouhaha 22 – Pampers mal nicht ganz windelweich

Der Brouhaha

März 2010 in USA: Procter & Gamble verkauft in einer Stunde 1.000 Packungen Pampers über Facebook-Seite und startet damit erfolgreich in einen Produkt-Relaunch der Windel Pampers Cruiser, jetzt mit Dry-Max-Technologie. Die Freude währt nicht lang, denn nach kurzer Zeit formiert sich Wiederstand gegen das Produkt, ebenfalls über Facebook. Konsumenten beschweren sich über vermehrt auftretende Hautreizungen bei ihren Babys und führen das auf die neue Windeltechnologie zurück. Pampers hält mit einer Pressemeldung dagegen, und somit findet sich das Thema schliesslich in einigen Massenmedien wieder.

Der Verlauf

1. März 2010

Pampers (Procter & Gamble) verkauft auf der Facebook-Seite mit 200.000 Fans binnen einer Stunde 1.000 Probepackungen von „Pampers Cruiser“ . Hierfür wurde eine eigene eCommerce-App auf einem „Shop Now“-Tab eingebaut.

6. Mai 2010

Pressemitteilung „Pampers Calls Rumors Completely False“ – P&G streitet Vorwürfe ab

8. Mai 2010

„Feds Investigate Pampers DryMax Diaper Rash Claims“ (nbc local conneticut)

10. Mai 2010

Artikel in AdAge „How Pampers Battled Diaper Debacle“

19. Mai 2010

Bericht in der Morgenpost – „Windelalarm: Pampers führt offenen Krieg gegen Blogger“

1. Juni 2010

Blog-Beitrag „Windelweiche Kommunikationsstrategie bei Pampers?“ bei PR-Blogger

22. Juni 2010

Gabriele Haessig, Pressesprecherin bei Procter & Gamble Deutschland im Interview auf dem PR-Blogger

Das Momentum

Konsumenten beschweren sich auf Facebook-Seiten über „Hautreizungen“, die vermeintlich durch die neue Technologie ausgelöst werden. Unbefriedigende Reaktionen von Pampers wird moniert.

Die Relevanz

Fraglich, denn auf der sachlichen Ebene scheinen die Vorwürfe strittig. Massenmedien beziehen sich eher auf den Umgang mit Bloggern seitens Pampers und adressieren emotionale Ebene.

Die Take-Aways

  • Bemerkenswert: Recht „harsches“ Statement seitens Pampers in einer offiziellen Pressemitteilung.
  • Kein „kommunikatives Ventil“ für Konsumenten sichtbar bzw. wurde kein dezidierter Beschwerdekanal definiert.

Weitere Quellen

Blick 246 auf Telekom-Hotline, Facebook, Analyse von Online-Gesprächen, Verlosung von 3 Laufshirts und die Kinder der Opelaner

Das ist der 246. Blick über den Tellerrand auf Telekom-Hotline, Facebook, Analyse von Online-Gesprächen, Verlosung von 3 Laufshirts und die Kinder der Opelaner:

[audio:http://tellerrand.podspot.de/files/tellerrand246.mp3]

Dauer: 30 Minuten : Download als MP3 (26 Mb)

Shownotes

Intro: Telekom-Hotline-Warteschleife mit „You might need Somebody“

Storyteller

Priorisierung von Warteschleifen-Musik

Popposkop

Twitter Phänomen Bruno:

  • Nielsen untersucht die Online-Gespräche rund um Mobilfunk-Discounter

Spot: Gondron Buchhandlung

Spot: Runners Point

Verlosung von drei Jogger-T-Shirts von Laufstoff.de

Feedback

… von Tilla zur Aussprache von Ellen DeGeneres

Outro: Corporate Anthem: Seht das Zeichen – Die Kinder der Opelaner