PodPillow – Warum wirkt das Hören?

Mit "PodPillow – Das Wissen aus dem Kissen", vermitteln wir Grundlagen,
Hörwürdiges und Merkenswertes aus den Bereichen Audio, Marketing und
Kommunikation:

Shownotes
Psychologin Dr. Elisabeth Loftus von der University of Washington
Steven Rivkin und Jack Trout (New Positioning, Econ Verlag), ikonisches Gedächtnis vs. Lautgedächtnis
Wirkung der Sprache im Sinne von Phonetik, Syntax oder Semantik vs. Wirkung von Audiosignalen als Trägermedium von Information an sich.
Ikonisches Gedächtnis (visuell) vs. Lautgedächtnis (auditiv).
Vergleich visuelle Signale vs. auditive Signale
Lateralitätsproblem
Dr. Alfred Tomatis, Audio Psycho Phonologie Ermüdende und aktivierende Töne. Chronische Unterversorgung des Hirns im Alltag.

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3 Antworten auf „PodPillow – Warum wirkt das Hören?“

  1. In diesem Podcast kommt ja eine wunderschöne Rechnung vor:
    „… wenn man davon ausgeht, dass das menschliche Auge ein Datenvolumen von 150 Megabit erfasst, und Filme mit 25 Bildern pro Sekunde produziert werden, dann kommt man auf ein Datenvolumen … von 150 mal 25 … von ca. 3.750 Megabit pro Sekunde, die verarbeitet und vor allem noch assoziiert werden muss; wenn man das vergleicht mit dem Datenstrom dieses Podcasts, dann liegt der bei 64 Kilobit, also einem 60stel, was Augen in der gleichen Zeit verarbeiten müssen…“

    Na, das ist doch Quatsch.
    Man kann die Datenrate, mit der eine visuelle Information in einem bestimmten Medium (in diesem Falle, das Internet) vermittelt wird, doch nicht mit der Verarbeitungsrate im Hirn gleichsetzen.

    Ein Flashfilm mit ca. 4 Minuten Laufzeit, zum Beispiel kann einen ungleich geringeren Datenumfang als ein Podcast mit gleicher Laufzeit haben.

    Und wenn ich mir eine interaktive Flashanimation (wie z.B. http://www.angeloplessas.com/elasticenthusiastic/asxeto.swf) anschaue, an der ich minutenlang herumfummeln kann, obgleich die dafür benötigte Datei nur ganze 7,5 KB groß ist, wird diese Rechnung WIRKLICH ad absurdum geführt.

    Liest denn niemand Deine Texte gegen, Alex?

    frägt
    (wie immer skeptisch)
    -Frank.

  2. Frank,

    >“Liest denn niemand Deine Texte gegen, Alex?“
    Ist das ein Angebot?

    >“In diesem Podcast kommt ja eine wunderschöne Rechnung vor (…) Na, das ist doch Quatsch.“

    Nun, es ist vielleicht nicht ganz sauber, aber eine Annäherung der Größenvergleiche. Ich hab nur keine andere Größenordnung wieviel Datenvolumen eine Sekunde Ton sein kann. Weißt du es etwa? Du kennst mich, ich bin _konstuktiver_ Kritik gegenüber immer sehr aufgeschlossen 😉

    Bzgl. Quatsch steht’s dann aber 1:1, denn dein Flashfilm erzeugt (obwohl nur 7,5 KByte (!) groß natürlich ebenfalls 150 MBit x 25 Bilder pro Sekunde. Wieso sollte es weniger sein? Die Größe der Darstellungsfläche ist unabhängig von den Bilpunkten, die ein menschliches Auge identifizieren kann.

    Alex

  3. Na, ich will natürlich nicht in Abrede stellen, dass die zu verarbeitende Datenmenge bei audio-visueller Darbietung ungleich höher ist, als bei ausschließlich akustisch dargebotener Information.
    Es ist nur die Rechnung, die mich zum Grinsen bringt: es ist unwesentlich, mit welcher Geschwindigkeit Filmbilder abgespielt werden müssen, um ruckelfrei zu sein (12 Frames/sek genügen hier auch schon oft), denn nicht jedes einzelne Bild muss neu verarbeitet werden.
    So, wie nicht jedes einzelne Phonem in einem Redefluss separat verarbeitet werden muss, sondern semantische Zusammenhänge gesucht werden, die ein grammatikalisch funktionierendes Satzgefüge ergeben könnten.
    Ein Satzgefüge, welches dann eine sinnvolle Aussage machen KANN (Chomskys „Colorless green ideas sleep furiously“ ist ein Beispiel für eine grammatikalisch sinnvolle, semantisch aber sinnlose Aussage, die dennoch vom Hirn verarbeitet werden kann). Wie lange ein Hirn daran herumgrübelt, ist vom Datenstrom her nicht zu vergleichen mit der Betrachtung eines einzelnen Bildes – Äpfel & Birnen, eben.

    Aber die Grundfrage, die Du stellst bleibt natürlich interessant:
    Sind akustisch vorgebrachte Informationen leichter zu verarbeiten als visuelle?
    Und: wie steht’s mit audiovisuell dargebotener Information – leichter oder schwerer zu verarbeiten?
    Und natürlich: wie steht’s dann mit der „Haltbarkeit“ dieser Informationen im Hirn – wie lange können die Informationen sinnvoll gespeichert werden?

    Meine These (ich bin Illustrator und lebe davon) ist natürlich: 1 Bild = mehr als tausend Worte; bei der „Speicherbarkeit“ von Information beziehe ich mich auch gern auf Ernst Gombrichs Ikonografie, die ungefähr besagt, dass es im Kollektivgedächtnis eines Kulturkreises MEHR sofort abrufbare visuelle Ikonen gibt als verbale Konstrukte, die auch ungleich schwerer genau zu memorieren sind.
    Ein Beispiel:
    man braucht nur den Satz zu sagen „Marylin Monroe auf dem Lüftungsschacht“ und jeder hat SOFORT das Bild aus dem verflixten 7. Jahr vor Augen.
    Im Gegensatz dazu: „Ein Gedicht von Morgenstern“ – obgleich es wohl fast niemanden gibt, dem nicht sofort ein Gedicht gefühlsmäßig verschwommen vor Augen tritt, kann wohl die Mehrzahl der deutschen Bürger nicht eine Zeile davon aufsagen.
    So wie es übrigens auch fast unmöglich ist, den genauen Wortlaut eines gerade eben gehörten Satzes zu wiederholen. Die Aussage kann man sinngemäß wiederholen, den genauen Wortlaut zumeist nicht.
    Insofern sind visuelle Inhalte ungleich präziser gespeichert.

    Und übrigens auch leichter zu entschlüsseln: kleine Kinder können einer Geschichte, die ihnen (im Kaspertheater, etwa) vorgespielt wird, leichter folgen als einer nur vorgelesenen.
    Die INTELLEKTUELLE Leistung (NICHT der Datenstrom) ist hierbei entscheidend: wir alle können eher vor dem Fernseher entspannen, als bei einem Vortrag.

    Und: NEIN, ich will die Texte nicht gegenlesen – zu wenig Zeit, nicht mein Arbeitsgebiet.
    Da produziere ich lieber weiterhin visuelle Inhalte.

    Viele visuelle Grüße
    aus Hamburg
    -Frank.

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