Pimpyourbrain

BüdT ist Gewinner des European Podcast Award, Category Business

Es ist zwar schon ein paar Tage her, soll an dieser Stelle aber doch nochmal gewürdigt werden: Der Blick über den Tellerrand ist der Gewinner des European Podcast Award in der Category Business:

European Podcast Award

Hinter der Skulptur steht er auch, der Preis: Ein Olympus Multitrack Linear PCM Recorder LS-100 vom Hauptsponsor Olympus.

Herzlichen Dank an alle treuen Freunde unseres kleinen Freunderadios für die Unterstützung bei der Wahl! Noch mehr Stolz bin ich bei dem Blick auf die Liste der weiteren Preisträger. Da sind viele langjährige Bekannte und Podcast-Gefährten mit dabei. Glückwunsch damit auch an Thomas Wanhoff mit „Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft“ und Chris und Boris mit „Happy Shooting“ und alle anderen  

Eps2011

Vielen Dank und Gratulation auch an das Orga-Team des EPA, das diesen europaweiten Wettbewerb zum zweiten Mal auf sich genommen hat. Und großer Dank gebührt auch dem Sponsor Olympus für die Ausdauer. Wir sind gespannt auf den EPA 2012.

Nutella sagt: Facebook performt besser als TV-Werbung und verantwortet 15% Abverkauf

Facebook wirkt besser als TV. Sagt Nutella. Denn Facebook sei für 15% der zusätzlichen Abverkäufe während der Weinachtskampagne 2011 verantwortlich gewesen. Sagt Nutella.

Weihnachten 2011

Nutella wirbt in der Vorweihnachtszeit für die beliebte Nuss-Nougat-Creme. Neben den klassischen Kanälen gab’s auch eine Aventskalender-App auf der Facebook-Seite. Diese wurde mit so genannten „Reach Block ads“ auf Facebook beworben. (Nettoreichweite von 3,8 Mio Onliner). 

Nach der Kampagne hat man den Rechenschieber angeschmissen und ein erstaunliches Ergebnis ermittelt:

„Ferrero wouldn’t give specifics about the broadcast campaign but says the Facebook ads got the largest return on investment when compared to the other media channels“

Also, Facebook-Ads hatten den höchsten ROI. Denn der Beitrag pro Kommunikationskanal wurde – scheinbar – auch auf Basis der zusätzlich generierten Abverkäufen ermittelt, und hier kam man zum Ergebnis:

„15 percent of sales from the yuletide campaign“

waren auf Facebook zurückzuführen.  

Wie wurde das ermittelt?

Bei Ferrero / Nutella ist Facebook mit in das Marketing Mix Model (MMM) eingebunden, mit dem die Kampagnenkanäle koordiniert, ausgesteuert und deren Beitrag gemessen werden. Für uns leider eine Black-Box, aber wir unterstellen einfach mal dass Ferrero da methodisch sauber arbeitet.

FAZIT 

  • Faszinierende Aussage
  • Methodisch leider schwer nachvollziehbar
  • Nicht einfach übertragbar
  • Aber motiviert zumindest, die latente ROI-Diskussion endlich mal in konkrete Projekte münden zu lassen und die Social Media KPI’s in das Marketing-Controlling zu integrieren

Ein Shitstorm-Rollenspiel um eine fränkische Bratwurst

Rollenspiel

Weil Brouhahas und Shitstorms aktuell in aller Munde sind: Dr. Michael Kausch von vibrio berichtete November 2011 über ein interessantes Rollenspiel zum Thema Online-Reputation und Shitstorm

Mit zwei Studententeams der Wirtschaftsinformatik (!) an der FH Würzburg hatte er eine Reputationskatastrophe veranlasst, ausgespielt, bekämpft und schließlich analysiert. 

So war der fingierte Jungunternehmer Frank Schärtzelmacher mit seiner „Fränkischen Bratwurst Manufaktur“ mit einem weiblichen Troll „Rita Grenz“ konfrontiert. Die machte ihm mit einer „Ekelwurst“ via Social Media das Leben schwer.

Sehr lesenswerte Dokumentation des Rollenspiels, vor allem die Reaktion von chefkoch.de, das unvermeidliche und unreflektierte Lemminge-Verhalten sowie die Effekte der Gegenmaßnahmen von Frank Schärtzelmacher.

Blick 293 auf Facebook-Chronik, Gothaer, München, Busuu und Fachbuch-Verlosung

Das ist der 293. Blick über den Tellerrand, und heute blicken wir auf die Sorgen mit der neuen Facebook-Chronik für Seiten, die Sorgen von Gothaer, die Sorgen des Stadtportals München auf Facebook und die Sorgen eines Sprachlern-Portals:

<<< HIER ANHÖREN (21 Minuten) >>>

[audio:http://tellerrand.podspot.de/files/tellerrand293.mp3]

<<< SHOWNOTES >>>

> Intro: C.C. Chapman of managingthegrey.com New Media Podcast & Auszug aus SupperClub Podcast Episode 1 (Timecode 60:00)

> Brainiac der Episode

  • Kai H. aus Hamburg

> Verlosung

> Popposkop

> Outro: Save Busuu

Blick 292 auf des Internets Muse

Mit dem heutigen, verspäteten 292. Blick über den Tellerrand starten wir in das 8. Jahr unseres kleinen Freunderadios:

<<< HIER ANHÖREN (30 Minuten) >>>

[audio:http://tellerrand.podspot.de/files/tellerrand292.mp3]

<<< SHOWNOTES >>>

> Intro

> Brainiac dieser Episode: Thomas B.

  • Würdigen Dank an die weiteren Spender Peter R. und Alper A.

> Popposkop

> Probleme mit Beyerdynamic MMX 101 iE

Leider sehr enttäuscht vom Mikro dieses iPhone-Head-Sets

> Outro

  • Unternehmenssong von Schüco : Green Song (Eardrum feat. Tamara)

Facebook löscht München-Seite mit der Begründung „Städte sind Orte“

Zugegeben, über dieses Vorgehen war man dann doch auch bei uns etwas überrascht: Mitte Februar 2012 war die Facebook-Seite der Stadt München unter www.facebook.com/muenchen plötzlich nicht mehr erreichbar. 400.000 Fans griffen ins Leere.

Was war passiert?

Facebook Orte

Laut einer Meldung der Stadt München hatte Facebook die Seite gelöscht, weil Städte keine Unternehmen, Organisationen oder Institutionen seien, sondern Orte. Und als solche müssten sie eben auf Facebook auch angelegt werden. Facebook scheint den „Wildwuchs“ aktuell etwas bereinigen zu wollen. Und so kam auch München unter die Räder.

Geeinigt hatte man sich auf die Einrichtung einer neuen Seite facebook.com/stadtportal.muenchen. Die 400.000 Fans sollen wohl portiert werden. Darauf sind wir mal gespannt.

Für mich stellen sich aber folgende interessante Fragen:

  • Was ist die Trennschärfe in der Definition „Orte“ und „Organisationen / Institutionen“?
    -> In den Nutzungsbedingungen beim Anlegen einer Seite ist das nicht wirklich formuliert.
  • Wenn für Orte auch Kurznamen möglich sind, warum gibt man München dann nicht facebook.com/muenchen zurück?
    -> Bei heise heisst es dazu „Städtenamen ohne Zusatz seien … unter der Facebook-Domain aufgrund neuer Richtlinien nicht mehr erlaubt“. Aha.
  • Warum existiert noch eine „München“-Seite wie http://www.facebook.com/pages/M%C3%BCnchen/11319886545 seit 2009 mit einem Beitrag und 33.000 Fans?
  • Wie verhält es sich dann z.B. mit Tourismus-Destinationen wie Oberstaufen?

Bleibt spannend…

Nachtrag:

Ach ja, und zu aller Verwirrung dann gibt es ja bereits „München (Munich, Germany) > Orte“ und „München > Orte“ und „Monaco, Bayern, Germany > Orte“ (von dem ich aus komischerweise immer poste“)

Stefan Rossegger, das steirische Youtube-Wunder aus Österreich – mit Übersetzung von Youtube

Auf der Österreich-Tour unserer Social-Media-Praxis-Workshop-Reihe hatte ich von den Teilnehmern in Bregenz den Tipp auf ein österreichisches Youtube-Wunder namens Stephan Rossegger bekommen. Der 20-jährige Landmaschinentechniker präsentiert in breitestem Oststeirisch Sicherheitstipps für den Arbeitsplatz und hat mit bis zu 200.000 Abrufen pro Episode einen beachtlichen Kult-Status erreicht. Begonnen hat alles mit einem Video für seinen Arbeitgeber, der Landring Landtechnik Werkstatt, einer Lagerhausgenossenschaft in Birkfeld / Steiermark. Zwischenzeitlich hatte ihn dann sogar das ORF mit im Programm. Chapeau!

Und jetzt kommt das Überraschende und Interessante: Wer sich das Video auf Youtube ansieht, der bekommt unter dem Knopf „Interaktives Transkript“ noch eine Übersetzung mit Zeitstempeln mit dazu…

Blick 291 auf L’Oreal, Pril, Budni, Dachdeckerinnung Oberschwaben und Katzen-Content

Das ist der 291. Blick auf die verschmähte Renate, Pril im Klo, eine interessante QR-Code-Kampagne der Drogeriemarkt-Kette Budni und Katzen-Content.

<<< HIER ANHÖREN (30 Minuten) >>>

[audio:http://tellerrand.podspot.de/files/tellerrand291.mp3]

<<< SHOWNOTES >>>

> Intro

> Popposkop

  • Die verschmähte L’Oreal-Renate… nun Best-Ager-Testimonial bei Schwarzkopf?
  • Ab ins Klo mit Priiiiiiil! : Pril mit Fuuuuu Meme Design : Rage Guy fffffuuuuu Meme in 2009
  • Drogeriekette Budni: Mobile Shopping-Angebot mit QR-Codes

> PIMPS / Podcast-Tipp

> Outro

  • Telekom D1 “It’s up to you – Communicate”

KLM Live Reply: Ein Mitarbeiter-Buchstabensalat

Response“ gehört nicht erst seit der erfolgreichen Youtube-Response-Kampagne „The Man Your Man Could Smell Like“ von Old Spice zur Königsdisziplin im Social Web. Sehr schön eingesetzt wurde diese Mechanik z.B. bei „The Crunch ist Calling“ von Wheat Thins oder KLM Surprise, vermeintlich etwas weniger erfolgreich bei dem Old-Spice-Copy-Cat „Baxter Fusion“ von Becks und „Die Kanzlerin antwortet„.

Response-Kampagnen spielen oft mit einem Überraschungseffekt: Marken ergreifen die Initiative beim Kundendialog in Social Media und befruchten die unterschiedlichsten Kommunikationsanlässe mit kreativen und charmanten Micro-Dialogen. Oft auch mit Augenzwinkern.

KLM konzipierte September 2011 rund um diese Response-Mechanik eine Social-Media-Kampagne: „KLM Live Reply„. Dabei stand allerdings weniger der Überraschungseffekt im Fokus, sondern mehr die Botschaft „Die Mitarbeiter sind die Antwort„. Transportiert wurde damit auch der Ansatz des 7/24 Customer Service, oder besser KLM’s „24/7 personal service on social media„.

Das Versprechen: Einen Tag lang werden möglichst viele der Fragen an den Twitter-Account von KLM mit „Human Tweets“ beantwortet. 140 Mitarbeiter bildeten mit Buchstabenschildern die Antworten auf die Fragen in Form von Tweets nach, und das Ergebnis ging via Youtube zurück an den Absender.

Geschafft hat man letztlich ca. 70 Video-Antworten, die es binnen 3 Monaten auf über 60.000 Views gebracht haben. Das ist klasse, aber natürlich nicht vergleichbar mit den Zahlen der Old-Spice-Response-Kampagne. Diese hatte mit den ca. 180 Videoantworten über 100 Mio. Abrufe auf Youtube erreicht.

Dennoch: Allein der Bericht auf dem KLM-Blog lässt vermuten, dass die Aktion nicht nur ein Kommunikationsziel hatte. Sie förderte scheinbar auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, die durchaus mit Stolz über ihre Teilnahme berichten:

“You know, it feels grand to be a part of this campaign. We’re just like one big KLM family. Even though my mother will never recognise me in the film!”

wird die Nummer 91 von 140 im Blogbeitrag zitiert. Unterstellen wir einfach, dass es den anderen 139 Teilnehmern ähnlich ging.

 

Auf jeden Fall ein tolles Follow-Up der KLM Surprise-Kampagne und damit „on brand“ und „on strategy“…

Gaaanz schlechtes Timing: Qantas Hashtag-Kampagne #qantasluxury entwickelt sich zum PR-Gau

Hashtag-Kampagnen auf Twitter können so schööön erfolgreich sein: FoxNoPlanetaTerra von VW, Mercedes-Benz-Tweet-Race, KLM Surprise oder auch die „Tweet & Win“-Kampagne von Cinemaxx. Also… machen!

Eine konzeptionelle Frage vorab:

  • Was ist der ideale Zeitpunkt für den Start einer Twitter-Hashtag-Kampagne für die australische Airline Qantas?

Wenn es jemals einen idealen Zeitpunkt gab, dann war Dienstag der 22.11.2011 sicherlich der denkbar dümmste:

Dennoch, am Dienstag began Qantas mit der Twitter-Hashtag-Kampagne „Qantas Luxury Competition“. Zu gewinnen waren 50 First Class Pyjamas + First Class Amenity Kit (Eine Art Packerl mit Annehmlichkeiten, welches einem das Reisen in der First Class noch angenehmer machen soll).

„Ever wanted to experience Qantas First Class luxury? You could win a First Class gift pack feat. a luxury amenity kit and our famous QF PJs“

Dafür musste man sich nur vorstellen, wie toll eine First-Class-Reise mit Qantas Airline denn sein kann und mit dem Hashtag #qantasluxury twittern.

To enter tell us ‚What is your dream luxury inflight experience? (Be creative!) Answer must include #QantasLuxury…

Nun, es kam was kommen musste: Nach den Streiks hatte die Mehrzahl der Einsender nicht wirklich positive Erinnerungen an Qantas. Die entfesselte Kreativität der Einsendungen sprengte aber sicherlich die Vorstellungskraft des frischen Social Media Teams.

Es folgte also ein „Backfire“, „Backlash“ und letztendlich auch einen Shitstorm. Binnen einer Stunde war der Hashtag #qantasluxury das Trending Topic auf Twitter in Australien und 24 Stunden nach Beginn fand man das Thema in den Massenmedien wieder.

Und wenn die Youtube-Parodie von AlexJBaldwin Schule macht, dann führt das zu allem Verdruss auch noch zu einer Wiederbelebung des „Hitler loses his shit“-Meme…

Eine interessante Anmerkung von Andrea Beato auf intentious.com: Qantas hat es geschafft, mit einer Kampagne für 0,001% ihrer Kunden einen landesweiten PR-Gau zu erzeugen. Da fragt man sich wirklich, ob Twitter nicht mehr Gefahr als Chancen bietet…