AmEx-Kartenbesitzer sparen Millionen Dollar mit Foursquare Deals

Amex

Mitte 2011 startete American Express seine Foursquare Deals in USA: Ein spezielles Rabatt-Program für AmEx-Kunden, die gerne mit dem CheckIn-Dienst Foursquare unterwegs sind (Foursquare: 2009 gestartet; inzwischen 20 Mio Nutzer; 2 Mrd. CheckIns seit Launch).

Wie funktioniert das?

Hat man einmal seine AmEx-Karte mit seinem Foursquare-Konto verknüpft, erhält man eine Gutschrift (One-Time-Deal) direkt auf sein AmEx-Konto, wenn man:

  • beim Partner via Foursquare eingecheckt
  • auf der App das CheckIn-Special aktiviert
  • etwas gekauft und
  • mit der AmEx-Karte gezahlt hat.

Der Rabatt wird dann binnen 3 – 5 Tagen auf dem AmEx-Konto gutgeschrieben. Und das sind angeblich immerhin 5 – 25 USD je nach Partner.

„…the partnership has earned Foursquare users millions of dollars in discounts.“

Scheint also gut zu laufen. Deshalb hat man sich für einen RollOut in England entschieden, und weitere sollen folgen… Chapeau!

Interessant: No Coupons, no Codes und…: Foursquare verdient nix an den Deals.

Hier das Video dazu (45 sec):

LIES DAS, ICH HAB GEZAHLT! Facebook Promoted Posts für schlappe 3 – 5 Euro TKP

Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Facebook-Fans wird immer härter. Dabei haben wir doch alles richtig gemacht. Nach dem Aufbau der Fanbase folgte die kontinuierliche Bespaßung mit Fokus auf „Shares, Likes und Comments“. Hauptsache, es bewegt sich was auf der Seite.

Voraussetzung: Die Fans müssen mitbekommen, dass man etwas geschrieben hat. Und hier liegt das Problem: Meldungen von Seiten werden im Schnitt nur von 16% der Fans wahrgenommen (Anm. d. Red.: Wir sehen eher Zahlen von 20 – 35%)

Warum sehen meine Fans meine Beiträge nicht?

Das ist einerseits der wachsenden Flut von Status-Updates geschuldet, liegt aber auch an dem so genannten Edge Rank (nicht zu verwechseln mit dem GraphRank). Dieser bestimmt ob, wie lange und mit welcher Priorität ein Beitrag einem Fan im Newsfeed angezeigt wird. Der Edge Rank berechnet sich nach einer Art Zauberformel mit „Affinity Score x Weight Score x Age Score“. Und ja, damit ist er für uns eine weitere Blackbox auf Facebook und hat sogar Agenturen ins Leben gerufen, die sich auf „Edge Rank Optimization“ spezialisiert haben.

Gibt es dafür keine andere Lösung?

Doch, jetzt, Taataa!: Facebook Promoted Posts.

Promoted post

Nun kann man also fast jeden Beitrag seiner Seite bewerben, damit möglichst viele Fans und Freunde von Fans diese Meldung sehen (können!). Man kann also die (Netto-)Reichweite künstlich erhöhen. Und das zu einem – aus meiner Sicht – stolzen Preis: Die Kosten liegen im Schnitt zwischen 3 – 5 Euro TKP (Tausend-Kontakt-Preis).

Warum stolz? Weil man eine ähnliche Möglichkeit über den Facebook AdManager als „Gesponserte Meldung“ zu einem Preis von ca. 20 – 50 Cent bekommen hatte. Damit wurde die Anzeige zwar an der Seite im Bereich der Werbung angezeigt und nicht im Newsfeed, aber man konnte zusätzlich noch die weiteren Zielgruppenparameter bedienen. Wie gesagt, das war einmal. Anfang Juni wurde der Ad-Manager überarbeitet, und damit fiel diese Möglichkeit weg. Nun muss man nach Klicks bezahlen, wenn man einen Beitrag bewerben will.

FAZIT:

  • Promoted Posts sind eine interessante, aber auf den ersten Blick teure Angelegenheit, die sich wirklich nur für ausgewählte Posts lohnt.

 

Stefan Rossegger, das steirische Youtube-Wunder aus Österreich – mit Übersetzung von Youtube

Auf der Österreich-Tour unserer Social-Media-Praxis-Workshop-Reihe hatte ich von den Teilnehmern in Bregenz den Tipp auf ein österreichisches Youtube-Wunder namens Stephan Rossegger bekommen. Der 20-jährige Landmaschinentechniker präsentiert in breitestem Oststeirisch Sicherheitstipps für den Arbeitsplatz und hat mit bis zu 200.000 Abrufen pro Episode einen beachtlichen Kult-Status erreicht. Begonnen hat alles mit einem Video für seinen Arbeitgeber, der Landring Landtechnik Werkstatt, einer Lagerhausgenossenschaft in Birkfeld / Steiermark. Zwischenzeitlich hatte ihn dann sogar das ORF mit im Programm. Chapeau!

Und jetzt kommt das Überraschende und Interessante: Wer sich das Video auf Youtube ansieht, der bekommt unter dem Knopf „Interaktives Transkript“ noch eine Übersetzung mit Zeitstempeln mit dazu…

KLM Live Reply: Ein Mitarbeiter-Buchstabensalat

Response“ gehört nicht erst seit der erfolgreichen Youtube-Response-Kampagne „The Man Your Man Could Smell Like“ von Old Spice zur Königsdisziplin im Social Web. Sehr schön eingesetzt wurde diese Mechanik z.B. bei „The Crunch ist Calling“ von Wheat Thins oder KLM Surprise, vermeintlich etwas weniger erfolgreich bei dem Old-Spice-Copy-Cat „Baxter Fusion“ von Becks und „Die Kanzlerin antwortet„.

Response-Kampagnen spielen oft mit einem Überraschungseffekt: Marken ergreifen die Initiative beim Kundendialog in Social Media und befruchten die unterschiedlichsten Kommunikationsanlässe mit kreativen und charmanten Micro-Dialogen. Oft auch mit Augenzwinkern.

KLM konzipierte September 2011 rund um diese Response-Mechanik eine Social-Media-Kampagne: „KLM Live Reply„. Dabei stand allerdings weniger der Überraschungseffekt im Fokus, sondern mehr die Botschaft „Die Mitarbeiter sind die Antwort„. Transportiert wurde damit auch der Ansatz des 7/24 Customer Service, oder besser KLM’s „24/7 personal service on social media„.

Das Versprechen: Einen Tag lang werden möglichst viele der Fragen an den Twitter-Account von KLM mit „Human Tweets“ beantwortet. 140 Mitarbeiter bildeten mit Buchstabenschildern die Antworten auf die Fragen in Form von Tweets nach, und das Ergebnis ging via Youtube zurück an den Absender.

Geschafft hat man letztlich ca. 70 Video-Antworten, die es binnen 3 Monaten auf über 60.000 Views gebracht haben. Das ist klasse, aber natürlich nicht vergleichbar mit den Zahlen der Old-Spice-Response-Kampagne. Diese hatte mit den ca. 180 Videoantworten über 100 Mio. Abrufe auf Youtube erreicht.

Dennoch: Allein der Bericht auf dem KLM-Blog lässt vermuten, dass die Aktion nicht nur ein Kommunikationsziel hatte. Sie förderte scheinbar auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, die durchaus mit Stolz über ihre Teilnahme berichten:

“You know, it feels grand to be a part of this campaign. We’re just like one big KLM family. Even though my mother will never recognise me in the film!”

wird die Nummer 91 von 140 im Blogbeitrag zitiert. Unterstellen wir einfach, dass es den anderen 139 Teilnehmern ähnlich ging.

 

Auf jeden Fall ein tolles Follow-Up der KLM Surprise-Kampagne und damit „on brand“ und „on strategy“…

Gaaanz schlechtes Timing: Qantas Hashtag-Kampagne #qantasluxury entwickelt sich zum PR-Gau

Hashtag-Kampagnen auf Twitter können so schööön erfolgreich sein: FoxNoPlanetaTerra von VW, Mercedes-Benz-Tweet-Race, KLM Surprise oder auch die „Tweet & Win“-Kampagne von Cinemaxx. Also… machen!

Eine konzeptionelle Frage vorab:

  • Was ist der ideale Zeitpunkt für den Start einer Twitter-Hashtag-Kampagne für die australische Airline Qantas?

Wenn es jemals einen idealen Zeitpunkt gab, dann war Dienstag der 22.11.2011 sicherlich der denkbar dümmste:

Dennoch, am Dienstag began Qantas mit der Twitter-Hashtag-Kampagne „Qantas Luxury Competition“. Zu gewinnen waren 50 First Class Pyjamas + First Class Amenity Kit (Eine Art Packerl mit Annehmlichkeiten, welches einem das Reisen in der First Class noch angenehmer machen soll).

„Ever wanted to experience Qantas First Class luxury? You could win a First Class gift pack feat. a luxury amenity kit and our famous QF PJs“

Dafür musste man sich nur vorstellen, wie toll eine First-Class-Reise mit Qantas Airline denn sein kann und mit dem Hashtag #qantasluxury twittern.

To enter tell us ‚What is your dream luxury inflight experience? (Be creative!) Answer must include #QantasLuxury…

Nun, es kam was kommen musste: Nach den Streiks hatte die Mehrzahl der Einsender nicht wirklich positive Erinnerungen an Qantas. Die entfesselte Kreativität der Einsendungen sprengte aber sicherlich die Vorstellungskraft des frischen Social Media Teams.

Es folgte also ein „Backfire“, „Backlash“ und letztendlich auch einen Shitstorm. Binnen einer Stunde war der Hashtag #qantasluxury das Trending Topic auf Twitter in Australien und 24 Stunden nach Beginn fand man das Thema in den Massenmedien wieder.

Und wenn die Youtube-Parodie von AlexJBaldwin Schule macht, dann führt das zu allem Verdruss auch noch zu einer Wiederbelebung des „Hitler loses his shit“-Meme…

Eine interessante Anmerkung von Andrea Beato auf intentious.com: Qantas hat es geschafft, mit einer Kampagne für 0,001% ihrer Kunden einen landesweiten PR-Gau zu erzeugen. Da fragt man sich wirklich, ob Twitter nicht mehr Gefahr als Chancen bietet…

 

Die verschmähte L’Oreal-Renate… nun Best-Ager-Testimonial bei Schwarzkopf?

„Werde das Gesicht von Sublime Mousse“

Nein, kein Fotowettbewerb für einen Neuromarketing-Nachtisch. Sondern ein Modelcontest auf der Facebook-Seite von L’Oreal Paris Anfang 2011. Gesucht war das neue Gesicht für die Colorationsreihe „Sublime Mousse“. Zu gewinnen: Modelvertrag, einen Fiat 500 und natürlich die rühmliche Grinserolle auf Pack-Shot und/oder Packaging:

Loreal Sublime Mousse(Der Modelcontest bei L’Oreal Paris auf Facebook Januar 2011, Screenshot)

Wie es zu der Bewerbung von Renate Gerdes (71 Jahre) kam ist leider unbekannt. Ich glaube gelesen zu haben, dass nicht sie, sondern ihr Enkel die Bewerbung eingeschickt hat. Das war der Community allerdings egal. Und so kam das, was im Zeitalter von Castingwahn und Anti-Models kommen muss: Renate Gerdes erfährt die unreflektierte Klickliebe der „Like“-Lemminge und erklimmt Platz 1.

Renate Gerdes

(Meist geliked: Renate Gerdes, Screenshot L’Oreal Paris Facebook Februar 2011)

L’Oreal entschied sich damals – wie nicht anders zu erwarten war – gegen den Best-Ager-Trend und erteilte der Klickwut der Gemeinde eine Absage.

November 2011, und wir springen von L’Oreal zu Schwarzkopf

Und Renate springt mit. Denn eine verblüffend ähnlich aussehende Renate Gerdes taucht unvermittelt in verschiedenen Schwarzkopf-Youtube-Videos auf (hier, hier, hier und hier) und ziert den „Haare 50plus“-Bereich auf der neuen Schwarzkopf-Website. In den Anwendungsvideos erzählt Sie von ihrem Leben, lässt sich bei Coloration beraten und erfährt Styling-Tipps: Das neue Best-Ager-Testimonial von Schwarzkopf.

Renate Gerdes Schwarzkopf

Finden wir das gut?

Ja, wir finden das gut. Chapeau Claque an das Social Media-Team bei Henkel / Schwarzkopf. Dort zieht Frank Horn die Fäden, soweit mir bekannt fachlich unterstützt von Thomas Knüwer (kpunktnull). Und dort hat man das Potenzial von Renate Gerdes scheinbar nicht nur erkannt, sondern gleich auf die Strasse gebracht.

Eine Frage bleibt allerdings offen…

  • War Renate Gerdes vielleicht schon vor dem L’Oreal-Modelcontest bei Schwarzkopf unter Vertrag?

Wenn ja, dann war das gelungenes Ambush-Marketing.

Und wenn nein (dagegen spricht eigentlich auch der große Zeitraum zwischen L’Oreal-Modelcontest und dem jetzigen Testimonial-Auftritt), dann wäre das auch der einzig mögliche Verbesserungsvorschlag in Richtung Henkel / Schwarzkopf. Mit einer zeitnahen Ankündigung nach dem L’Oreal-Wettbewerb hätte man ein brühwarmes Glucksen in Social-Media-Hausen erzeugen können.

Fazit: Aus meiner Sicht ein gelungener Social-Media-Coup!

Interaktive Video-Kampagnen auf Youtube

Viele Abrufe mit Spaß, Spiel, Spannung – für innovative Marketer inzwischen fast ne „sichere Bank“: Interaktive Video-Kampagnen auf Youtube:

Sprich, auf Youtube werden mehrere Videos hochgeladen und über die Anmerkungsfunktion miteinander verknüpft. Dadurch entstehen unterschiedliche Handlungsstränge – vergabelt, verzweigt, teilweise verzwickt, und jeweils verbunden mit dem „Annotations“-Feature von Youtube.

Hier das Buzzword-Bingo für Kreativ-Workshops:

  • Annotations, Loops, Entscheidungsbäume, Spiel, Spaß, Spannung, Verlinkung, Involvement, Anmerkungsfunktion, Sichtbarkeit. (Fehlt was?)

Aber schauen wir uns doch einfach ein paar Beispiele an:

„Cought on CCTV“ – Samsung Galaxy Player 50 (inzwischen leider offline)

Über die Überwachungskameras in einem Supermarkt wird man Zeuge eines Überfalls. Im Supermarkt halten sich 5 Personen auf:

The Nerd, The Hot Girl, The Grandma, The Fan und The Kungfu Master.

Als die Räuber den Supermarkt betreten und den Überfall ankündigen bekommt man die Wahl, welche der fünf Personen die Situation retten soll…

Wen auch immer man wählt: Alle lösen das Problem. Jeder auf seine Art, aber alle unter Zuhilfenahme des Samsung Galaxy Player 50.

Ergebnisse:

  • Start: 29.12.2010
  • 2 logische Ebenen, 11 Videos (5 + 6 „Revealed“ Videos)
  • Reichweite: 860.000 Views nach einem Monat, (280.000 Views nach 14 Tagen)
  • Binnen 14 Tagen hatte das Startvideo bereits 190.000, nach einem Monat 385.000 Views

Dress Us! – Der interaktive Youtube-Katalog von Molly & Kate

Molly & Kate sind zwei Youtuberinnen und Parade-Twens aus den USA: Schon auf ihrem Youtube-Kanal HotandCrowded fahren die beiden über 5 Millionen Videoabrufe pro Jahr ein.

Warum den Spaß nicht auch mit Geldverdienen verknüpfen?

So entstand die Idee mit 255 verknüpften Videos ein interaktives Shoperlebnis zu gestalten: Ausgehend von zwei attraktiven und nackten Frauenkörpern.

Ergebnis:

  • Online seit 01.12.2009
  • Über 5,5 Mio. Video-Abrufe auf das Projekt
  • Verteilung der Aufrufe zwischen Kate : Molly = 2 : 1
  • im Schnitt 500 – 1.000 Besuche der eingebundenen Amazon-Affiliate-Links

„Green Police“ – Die Video-Kampagne von Audi zu Superbowl 2010

Audi startete zum Superbowl 2010 mit der „Green Police“ durch: Eine auf Umweltdelikte spezialisierte Einsatztruppe. Im Rahmen dessen konnte man auf Youtube in einem interaktivem Quiz seine Affinität zu Umweltfragen testen.

Weitere Kampagnen:

Gibt’s weitere Beispiele?