Erfolg mit Blanko-Werbeanzeigen auf Facebook? Kurios, aber wahr…

Diese Frage stellte sich vor einigen Wochen bereits das Startup-Unternehmen Limited Run. Laut einem Bericht von t3n.de experimentierte das Unternehmen mit leeren Werbeanzeigen auf Facebook und erzielte damit ein erstaunliches Ergebnis:

Unser Test:

Um das zu überprüfen haben wir kurzerhand zwei eigene Test-Anzeigen rund um den „Blick über den Tellerrand“ aufgesetzt: „Erfolg mit Blanko-Werbeanzeigen auf Facebook? Kurios, aber wahr…“ weiterlesen

Wie nutzen Schweizer Unternehmen Social Media?

„Hohe Präsenz, aber geringe Nutzung“.

Das ist das Urteil der Social Media Studie Schweiz über die Social Media Nutzung Schweizer Unternehmen.

Capgemini Consulting hat bei 57 führenden Schweizer Unternehmen die Präsenz und Nutzungsintensität auf den Social Media Kanälen Facebook, Youtube, Twitter und Xing untersucht und dabei nach den Kategorien Marketing, Recruiting, Open Innovation, Sales und Kundenservice unterschieden.

Auszug aus der Executive Summary:

  • Hohe Präsenz (im Durchschnitt 3 der 4 Plattformen genutzt)
  • Großteil der Unternehmen (ca. 73%) mit geringer Nutzungsintensität
  • Inhalte meist auf Marketing beschränkt, aktiver Kundenservice und Recruiting bleibt weitestgehend ungenutzt
  • Die Branchen Telco, Medien und Entertainment sind führend, Life-Sience bildet das Schlusslicht
  • Facebook steht im Fokus

Eine Präsentation findet sich hier.

Nutella sagt: Facebook performt besser als TV-Werbung und verantwortet 15% Abverkauf

Facebook wirkt besser als TV. Sagt Nutella. Denn Facebook sei für 15% der zusätzlichen Abverkäufe während der Weinachtskampagne 2011 verantwortlich gewesen. Sagt Nutella.

Weihnachten 2011

Nutella wirbt in der Vorweihnachtszeit für die beliebte Nuss-Nougat-Creme. Neben den klassischen Kanälen gab’s auch eine Aventskalender-App auf der Facebook-Seite. Diese wurde mit so genannten „Reach Block ads“ auf Facebook beworben. (Nettoreichweite von 3,8 Mio Onliner). 

Nach der Kampagne hat man den Rechenschieber angeschmissen und ein erstaunliches Ergebnis ermittelt:

„Ferrero wouldn’t give specifics about the broadcast campaign but says the Facebook ads got the largest return on investment when compared to the other media channels“

Also, Facebook-Ads hatten den höchsten ROI. Denn der Beitrag pro Kommunikationskanal wurde – scheinbar – auch auf Basis der zusätzlich generierten Abverkäufen ermittelt, und hier kam man zum Ergebnis:

„15 percent of sales from the yuletide campaign“

waren auf Facebook zurückzuführen.  

Wie wurde das ermittelt?

Bei Ferrero / Nutella ist Facebook mit in das Marketing Mix Model (MMM) eingebunden, mit dem die Kampagnenkanäle koordiniert, ausgesteuert und deren Beitrag gemessen werden. Für uns leider eine Black-Box, aber wir unterstellen einfach mal dass Ferrero da methodisch sauber arbeitet.

FAZIT 

  • Faszinierende Aussage
  • Methodisch leider schwer nachvollziehbar
  • Nicht einfach übertragbar
  • Aber motiviert zumindest, die latente ROI-Diskussion endlich mal in konkrete Projekte münden zu lassen und die Social Media KPI’s in das Marketing-Controlling zu integrieren

Ein Shitstorm-Rollenspiel um eine fränkische Bratwurst

Rollenspiel

Weil Brouhahas und Shitstorms aktuell in aller Munde sind: Dr. Michael Kausch von vibrio berichtete November 2011 über ein interessantes Rollenspiel zum Thema Online-Reputation und Shitstorm

Mit zwei Studententeams der Wirtschaftsinformatik (!) an der FH Würzburg hatte er eine Reputationskatastrophe veranlasst, ausgespielt, bekämpft und schließlich analysiert. 

So war der fingierte Jungunternehmer Frank Schärtzelmacher mit seiner „Fränkischen Bratwurst Manufaktur“ mit einem weiblichen Troll „Rita Grenz“ konfrontiert. Die machte ihm mit einer „Ekelwurst“ via Social Media das Leben schwer.

Sehr lesenswerte Dokumentation des Rollenspiels, vor allem die Reaktion von chefkoch.de, das unvermeidliche und unreflektierte Lemminge-Verhalten sowie die Effekte der Gegenmaßnahmen von Frank Schärtzelmacher.

Facebook löscht München-Seite mit der Begründung „Städte sind Orte“

Zugegeben, über dieses Vorgehen war man dann doch auch bei uns etwas überrascht: Mitte Februar 2012 war die Facebook-Seite der Stadt München unter www.facebook.com/muenchen plötzlich nicht mehr erreichbar. 400.000 Fans griffen ins Leere.

Was war passiert?

Facebook Orte

Laut einer Meldung der Stadt München hatte Facebook die Seite gelöscht, weil Städte keine Unternehmen, Organisationen oder Institutionen seien, sondern Orte. Und als solche müssten sie eben auf Facebook auch angelegt werden. Facebook scheint den „Wildwuchs“ aktuell etwas bereinigen zu wollen. Und so kam auch München unter die Räder.

Geeinigt hatte man sich auf die Einrichtung einer neuen Seite facebook.com/stadtportal.muenchen. Die 400.000 Fans sollen wohl portiert werden. Darauf sind wir mal gespannt.

Für mich stellen sich aber folgende interessante Fragen:

  • Was ist die Trennschärfe in der Definition „Orte“ und „Organisationen / Institutionen“?
    -> In den Nutzungsbedingungen beim Anlegen einer Seite ist das nicht wirklich formuliert.
  • Wenn für Orte auch Kurznamen möglich sind, warum gibt man München dann nicht facebook.com/muenchen zurück?
    -> Bei heise heisst es dazu „Städtenamen ohne Zusatz seien … unter der Facebook-Domain aufgrund neuer Richtlinien nicht mehr erlaubt“. Aha.
  • Warum existiert noch eine „München“-Seite wie http://www.facebook.com/pages/M%C3%BCnchen/11319886545 seit 2009 mit einem Beitrag und 33.000 Fans?
  • Wie verhält es sich dann z.B. mit Tourismus-Destinationen wie Oberstaufen?

Bleibt spannend…

Nachtrag:

Ach ja, und zu aller Verwirrung dann gibt es ja bereits „München (Munich, Germany) > Orte“ und „München > Orte“ und „Monaco, Bayern, Germany > Orte“ (von dem ich aus komischerweise immer poste“)

Bitte anziehen: QR-Code-CLP-Kampagne von Victoria’s Secret

QR-Codes fristen ja ein eher jämmerliches Dasein. Zwei Drittel kennen sie angeblich, aber so richtig nutzen will man sie dann scheinbar doch nicht. Vielleicht fehlt einfach der finale Anreiz die Codes mit seinem Smart-Phone abzuschießen und sich zum wiederholten male auf eine nicht optimierte Website leiten zu lassen…

Gute Beispiele sind also rar, aber Tellerrand-Blicker „Hofm“ hat mich auf eines aufmerksam gemacht: Die CLP-Kampagne von Victoria Secret mit QR-Codes:

Wenn hier der Anreiz hier nicht hoch genug ist… dann weiß ich auch nicht weiter. Ich hab’s sogar am Bildschirm probiert, aber die Auflösung ist leider zu gering… :-/

QR-Codes gut eingesetzt auch bei:

Ford Focus Test Drive und Earned Media

„Earned Media“: Unverzichtbares Buzzword im Mini-Moleskin für Pappen-Paula und Kontakt-Konrad – und doch erst richtig zu verstehen im Kontext Paid Media – Earned Media – Owned Media.

Earned Media ist sowas wie die Summe der Aufmerksamkeit, die Fans, Mitarbeiter oder potenzielle Käufer in Reaktion auf eine Kampagne einer Marke zurückspielen. Nicht zu verwechseln mit „Kost nix“-Media oder der Viral-Venus.

Ford Marketing-Direktor Carl-Philipp Mauve setzt deshalb 20% seines Gesamtbudgets auf digitales Marketing. Dazu gehört dann wohl auch der „Ford Focus Global Test Drive Madrid“ zum Launch des Ford Focus mit 100 Testfahrern, den wir dann mal zünftig auf Twitter verfolgen und berichten.

Ford ist in den Sozialen Medien kein Unbekannter:

Na, dann mal gute Fahrt.

04.04.0211 NACHTRAG: Hier die Pressemeldung von Ford „FORD INVITES FOCUS FACEBOOK FRIENDS AROUND THE WORLD TO AMBITIOUS TEST DRIVE OF ALL-NEW MODEL“

 

Interaktive Video-Kampagnen auf Youtube

Viele Abrufe mit Spaß, Spiel, Spannung – für innovative Marketer inzwischen fast ne „sichere Bank“: Interaktive Video-Kampagnen auf Youtube:

Sprich, auf Youtube werden mehrere Videos hochgeladen und über die Anmerkungsfunktion miteinander verknüpft. Dadurch entstehen unterschiedliche Handlungsstränge – vergabelt, verzweigt, teilweise verzwickt, und jeweils verbunden mit dem „Annotations“-Feature von Youtube.

Hier das Buzzword-Bingo für Kreativ-Workshops:

  • Annotations, Loops, Entscheidungsbäume, Spiel, Spaß, Spannung, Verlinkung, Involvement, Anmerkungsfunktion, Sichtbarkeit. (Fehlt was?)

Aber schauen wir uns doch einfach ein paar Beispiele an:

„Cought on CCTV“ – Samsung Galaxy Player 50 (inzwischen leider offline)

Über die Überwachungskameras in einem Supermarkt wird man Zeuge eines Überfalls. Im Supermarkt halten sich 5 Personen auf:

The Nerd, The Hot Girl, The Grandma, The Fan und The Kungfu Master.

Als die Räuber den Supermarkt betreten und den Überfall ankündigen bekommt man die Wahl, welche der fünf Personen die Situation retten soll…

Wen auch immer man wählt: Alle lösen das Problem. Jeder auf seine Art, aber alle unter Zuhilfenahme des Samsung Galaxy Player 50.

Ergebnisse:

  • Start: 29.12.2010
  • 2 logische Ebenen, 11 Videos (5 + 6 „Revealed“ Videos)
  • Reichweite: 860.000 Views nach einem Monat, (280.000 Views nach 14 Tagen)
  • Binnen 14 Tagen hatte das Startvideo bereits 190.000, nach einem Monat 385.000 Views

Dress Us! – Der interaktive Youtube-Katalog von Molly & Kate

Molly & Kate sind zwei Youtuberinnen und Parade-Twens aus den USA: Schon auf ihrem Youtube-Kanal HotandCrowded fahren die beiden über 5 Millionen Videoabrufe pro Jahr ein.

Warum den Spaß nicht auch mit Geldverdienen verknüpfen?

So entstand die Idee mit 255 verknüpften Videos ein interaktives Shoperlebnis zu gestalten: Ausgehend von zwei attraktiven und nackten Frauenkörpern.

Ergebnis:

  • Online seit 01.12.2009
  • Über 5,5 Mio. Video-Abrufe auf das Projekt
  • Verteilung der Aufrufe zwischen Kate : Molly = 2 : 1
  • im Schnitt 500 – 1.000 Besuche der eingebundenen Amazon-Affiliate-Links

„Green Police“ – Die Video-Kampagne von Audi zu Superbowl 2010

Audi startete zum Superbowl 2010 mit der „Green Police“ durch: Eine auf Umweltdelikte spezialisierte Einsatztruppe. Im Rahmen dessen konnte man auf Youtube in einem interaktivem Quiz seine Affinität zu Umweltfragen testen.

Weitere Kampagnen:

Gibt’s weitere Beispiele?

Scholz & Friends fängt mit Pizza Digitale Kreativ-Mäuse

Bedruckte Pizzakartons als Werbemittel kennen wir ja schon bei pizzabox.com.

Nicht kreativ genug für Scholz & Friends Hamburg, die nun mit einer „Pizza Digitale QR-Code“ im Revier der Wettbewerber wilderten. Chapeau Claqué!

Nebenbei: Wir erinnern uns dabei auch an die klasse Stealth-Recruiting-Kampagne von Jung von Matt /Neckar mit Facebook-Places (hab davon im Blick 264 berichtet)