Brouhaha 19 – Paperchase vs. Eloise – Wie eine Pose zur Posse wurde…

9 Antworten

  1. 2abacus sagt:

    Erst unterstellt ihr das 500 Dollar doch recht wenig für ein Design sind um dann sofort im Anschluss zu beichten das man im Netz jederzeit ein eigenes Design für 250 Euro bekommt?

  2. Alex Wunschel sagt:

    Nun, der Vergleich hinkt ein wenig. Denn die 500 für die Entwendung einer eigenständige Kunstfigur mit Vermarktungsabsicht stehen hier einem einfachen Logovorschlag gegenüber…

    Und ich glaube ich muss hier deswegen nichts’s „beichten“…

    Alex

  3. Der erste Brouhaha im Brouhaha: ausgerechnet designenlassen.de zu erwähnen … Schon etwas unclever. Wieviele Anbieter von Logovorschlägen sind als „Verlierer“ denn von Dir mit 0,00 EUR honoriert worden? Trotz erbrachter Arbeitsleistung. Und bitte jetzt nichts von „Markt“ und „Freiwilligkeit“ etc. schwadronieren. In wenigen Branchen sonst investieren Menschen mehrere Stunden Arbeit trotz der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit, dafür keinerlei Bezahlung zu sehen.

    Siehe auch hier:

    http://blog.designenlassen.de/2009/03/17/designenlassende-ladt-agd-zum-dialog-ein/#comments

    P.S. Sonst höre ich Euch aber immer gern!

    Falk

  4. podpimp sagt:

    Hallo Falk. Ich werde hier keinesfalls „schwadronieren“. Unter dem Strich bleibt für mich nach dem Test eine Erkenntnis: designenlassen ist wie im richtigen Leben: Ich habe eine lange Agenturhistorie, in der wir oft gepitcht haben und auch verloren haben. Kreativleistung im fünfstelligen Bereich gehen da „den Bach runter“. Ein Architekt sagte mir einst, die Bewerbungsphasen um neue Projekte werden ebenfalls nicht entlohnt. Plattformen wir „MyHammer“ zeigen ebenfalls in diese Richtung, und wie oft hat sich jemand von uns im Fachhandel informiert und ist dann wegen dem Preis zu den Großen gegangen.
    Soll heißen, „The Winner takes it all“ ist keine neues Wirtschaftsmodell. Und jeder kann für sich selber entscheiden, ob er an einem Wettbewerb teilnimmt oder nicht.

    Finde ich das gut? Nein.
    Habe ich eine Lösung dagegen? Nein, nur für mich persönlich. Denn ich kaufe auf dem Markt ein, beim Bio-Metzger meines Vertrauens, beim Fachhändler um die Ecke.

    ABER: Für mich war das ein Test. Der war in meinem Fall erfolgreich und brachte aber auch eine interessante Erkenntnis: Mehrere Vorschläge schärfen den Blick auf „die finale Lösung“, und Quantität heißt keinesfalls Qualität.

    Soweit meine „Stellungnahme“.

    Alex

    P.S.: Dennoch und gerade deswegen vielen Dank für’s Zuhören.

  5. Hallo Alex,

    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort auf meinen Einwurf. Mit zwei Tagen Abstand sehe ich das Ganze auch etwas gelassener und möchte mich für meinen etwas ruppigen Tonfall entschuldigen.

    Ich bin erleichtert festzustellen, dass Dir die Problematik durchaus bewusst ist und Du Plattformen wie designenlassen.de nicht naiv „verherrlichst“.

    Die Verwandtschaft von designenlassen.de zu den traditionellen Pitches, der Architekturbranche und selbst ganz normalen Ausschreibungen ist mir durchaus bewusst. Ich finde es allerdings schon einigermaßen dreist, wenn es rein mathematisch ins lotteriehafte abdriftet, solch ein Portal dann noch als innovative Geschäftsidee gefeiert wird und sogar Förderpreise einheimst.

    Die Macher von designenlassen.de vergleichen gern romantisierend ihr Portal mit einem Markptplatz ( Zitat Michael Kubens: „Die Grundidee des Marktplatzes ist ja eigentlich uralt, hier in meiner Heimatstadt Nürnberg laufe ich beispielsweise fast täglich über den Hauptmarkt auf dem Händler seit Jahrhunderten ihre Stände aufbauen und ihre Ware möglichst teuer verkaufen wollen.“). Prinzipiell nicht falsch, aber in einem entscheidenden Punkt nicht zu Ende gedacht: Der Obsthändler, der zwanzigmal keinen einzigen seiner Äpfel und keine seiner Birnen verkauft, überlegt sich dann sicher sehr schnell, entweder etwas Erfolgsversprechenderes anzubieten, sich einen anderen Marktplatz zu suchen oder den Beruf zu wechseln. Und er wird nicht wegen – Zitat Michael Kubens: … Aufträgen, Preisgeld, spannenden Projekten, Nervenkitzel, Ruhm, Ehre… – dabei bleiben. Zumal, wenn es all das nur in homöopathischer Dosis und nach den Regeln der Lotterie zu erwarten gibt.

    Was bei designenlassen.de stattfindet, ist ja nur das Hinauszögern einer Marktbereinigung – eben unter dem Vorgaukeln solch strahlender Begriffe wie Nervenkitzel, Ruhm, Ehre. Es gäbe Chancen und Risiken bei designenlassen.de, meint Michael Kubens immer. Auch da hat er Recht, vergisst allerdings zu erwähnen, in welchem Verhältnis sich Chancen und Risiken befinden.

    Auf den Punkt gebracht ist es doch Folgendes: Wir haben einen klassischen Käufermarkt, mit den entsprechenden Erwartungen der Auftraggeber: nahezu nichts zahlen, alles wollen (ohne Wertung). Zwischen diese Käufer und ein Heer von händeringend Jobs suchenden „Designern“ schaltet sich nun designenlassen.de, bequatscht die armen Schweine, die sich (jetzt will ich auch einmal romantisieren) in kalten Dachkammern ihre Hintern auf rissigen Plastikgartenstühlen vor mit Heftpflaster zusammengehaltenen, laut brummenden Laptops gegenseitig plagiieren, ihnen ihre Entwürfe (für Nervenkitzel, Ruhm, Ehre) zu „schenken“. Diese „geschenkten“ Entwürfe kann designenlassen dann dem verwöhnten Käufer nun präsentieren, der nun neben einem niedrigen Preis, diversen Korrekturstufen auch noch eine astronomische Auswahl an Entwürfen zu sehen bekommt. Diese astronomische Auswahl ist das eigentliche Produkt von designenlassen.de, abgeschwatzt für 0 Cent, nur für Heilsversprechen und die äußerst theoretische Chance auf ein „Preisgeld“. Nachschub an kreativem Kanonenfutter gibt es dank Internet reichlich.

    Und dass, wie Michael Kubens in Interviews gebetsmühlenartig wiederholt, immer der „Beste“ gewinnt, ist ja nun wirklich naiv: Design ist nichts unbedingt Messbares wie Weitspringen und man sollte in vielen Fällen davon ausgehen, dass die durchschnittlichsten Entwürfe den Sieg davontragen, die gefälligsten.

    Alles in allem ist mir natürlich klar, dass solche Konzepte nicht aufzuhalten sind. Nichtsdestotrotz kann man sie kritisch begleiten.

    Viele Grüße
    Falk

  6. Julia sagt:

    Hi Alex,
    ist zwar jetzt nicht direkt zu diesem Brouhaha, aber vielleicht ja einen neuen Wert:
    du hattest es ja schon getwittert, die Schwalbe Sache.
    http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?p=7136471#post7136471

    Lg

  7. podpimp sagt:

    Hi Falk, vielen Dank für das ausführliche Feedback. Wie schon geschrieben gebe ich Dir Recht: Die Plattform und diese Entwicklung ist generell diskussionswürdig. Dennoch scheint es ein Trend zu sein, und ich bin mir leider nicht sicher ab wann die „Masse“ bemerken wird, dass hier günstig, aber evtl. auch nur mit einem gewissen Verzicht auf Kreativität eingekauft werden kann.

    Vielleicht bewahrheitet sich ja auch einmal der gute alte fränkische Spruch: „Was nix kost, is nix wert“…

  8. podpimp sagt:

    @Julia vielen Dank für den Hinweis, das haben wir schon auf dem Radar… Will nur hoffen, dass Luebue bald mal wieder ne freie Zeitscheibe hat… 😉

    Liebe Grüße, Alex

  1. 27. April 2010

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von alex wunschel, Old Mac Donald erwähnt. Old Mac Donald sagte: Brouhaha 19 – Paperchase vs. Eloise – Wie eine Pose zur Posse …: Ein eigener Twitter-Account von Paperchase hätt… http://bit.ly/duEOGg […]

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